10 Dinge über Decaf, die man wissen sollte…

Wachmacher? Belohnung? Großer Genuss? Morgenritual? Kaffee ist generell aus unserem Leben (vor allem meinem) kaum wegzudenken. Und natürlich fragen sich eingefleischte Kaffeefans, warum man denn einen koffeinfreien Kaffee trinken sollte.

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Babette Lichtenford

foto: cup of couple from pexels

Gründe dafür gibt es genug – Schwangerschaft, Stress, Koffeinsensibilität, Schlafstörungen – aber auch mindestens ebenso viele Mythen und Vorurteile zu Decaf. Damit soll jetzt Schluss sein: Hier kommen die 10 wichtigsten Dinge über koffeinfreien Kaffee.

1. Koffeinfreier Kaffee ist nicht koffeinFREI.

Decaf ist ganz normaler Röstkaffee oder Espresso, dem der Großteil (!) des Koffeins entzogen wurde. Und zwar in speziellen Entkoffeinierungsprozessen, bei denen vor dem Rösten das Koffein aus den Kaffeebohnen herausgelöst wird. Aber eben nur ein Großteil.

Koffeinfreier Kaffee ist nicht, wie die meisten glauben, zu 100 % frei von Koffein. Laut EU-Richtlinien darf Kaffee mit weniger als 0,1 % Koffein als entkoffeiniert bezeichnet werden. Eine Tasse entkoffeinierter Kaffee enthält also etwa 2–5 mg Koffein. Zum Vergleich: Bei einer Tasse klassischer Kaffee sind es 95 mg.

Die Entkoffeinierung wurde übrigens schon 1906 erfunden, in Bremen, von einem Herrn Roselius, dessen Vater (angeblich, so die Ärzte) an einer Überdosis Kaffee gestorben war. Das Roselius-Verfahren zur Entkoffeinierung von Kaffee verwendete allerdings das krebserregende Lösungsmittel Benzol, das zum Glück als Lösungsmittel verboten wurde.

2. Entkoffeinierung: Das Wie ist entscheidend.

Die meisten machen sich keine Gedanken darüber, wie das Koffein aus dem Kaffee herausgelöst wird. Dabei gibt es gravierende Unterschiede, die sich auch auf die Qualität bzw. den Geschmack auswirken:

Die chemische Entkoffeinierung.

Konventionelle Kaffees, die vor allem auf Masse und Preis getrimmt sind, werden in der Regel mit chemischen Lösungsmitteln vom Koffein befreit. Dazu benutzt man Dichlormethan oder Ethylacetat, ein Mittel, das auch bei Nagellackentfernern eingesetzt wird. Für Biokaffees ist diese Methode logischerweise nicht zugelassen.

Die natürliche, biozertifizierte Koffein-Extraktion.

Es gibt zwei Bioverfahren, beide recht aufwendig, um das Koffein auf natürliche Weise aus den Kaffeebohnen zu extrahieren: zum einen den Schweizer Wasser-Prozess, bei dem die rohen Kaffeebohnen in heißem Wasser eingeweicht werden, das dann durch Aktivkohlefilter geleitet wird, um das Koffein zu herauszulösen, zum anderen das sogenannte Quellkohlensäure-Verfahren, auch CO2-Methode genannt. Dabei wird Kohlendioxid unter hohem Druck durch die Bohnen gepresst, wodurch das Koffein gelöst und entfernt wird. Ein Weg, der besonders schonend ist, sodass sich die Aromen der Bohnen komplett entfalten können und nicht beeinträchtigt werden.

Alle Mount-Hagen-Decafs werden auf diese Weise entkoffeiniert. Man kann also sicher sein, dass bei unseren Bio-Decafs weder Chemie zum Einsatz kommt noch der Kaffeegenuss weniger grandios ist.

3. Kann man Decaf an der Bohne erkennen?

Als Laie wahrscheinlich nicht. Einem Kaffeeprofi könnte aber auffallen, dass ein entkoffeinierter Kaffee auch bei geringerer Endtemperatur in der Rösttrommel eine dunklere Farbe aufweisen kann. Sobald er gemahlen wird, ist er aber weiterhin hell – der Unterschied der äußeren und inneren Farbe ist dabei relativ groß.*

4. Decaf & Gesundheit.

Die Diskussion über Kaffee (bzw. Koffein) und Gesundheit ist ein Evergreen. Kein Wunder, dass sich Decaf mehr und mehr zum Hype entwickelt. Und tatsächlich kann entkoffeinierter Kaffee gesundheitliche Vorteile haben – vor allem, wenn es ein Bio-Decaf ist. Denn das Risiko (wenn auch gering) von Lösungsmittelrückständen gibt es bei biozertifiziertem koffeinfreiem Kaffee eben nicht.

Studien deuten darauf hin, dass der Konsum von Decaf das Risiko für bestimmte Krankheiten wie Typ-2-Diabetes, Parkinson und Lebererkrankungen verringern kann. Diese positiven Auswirkungen werden hauptsächlich auf den Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen wie Polyphenole zurückgeführt, die auch in koffeinfreiem Kaffee vorhanden sind.

Decaf ist im Prinzip also perfekt für alle, die Kaffee wegen seines Geschmacks lieben, aber aus verschiedenen Gründen auf Koffein verzichten wollen. Seien es Menschen, die ohnehin Probleme mit dem Schlafen haben. Oder solche, die unter dem sogenannten Anxiety-Phänomen leiden (Koffein kann das triggern). Oder Leute, die entweder ihren Koffeinkonsum herunterfahren wollen oder schlicht empfindlich auf Koffein reagieren. Wer z. B. eine Histamin-Intoleranz hat, also salopp gesagt Allergiker ist, für den kann entkoffeinierter Kaffee, vor allem entkoffeinierter Espresso, eine sehr leckere und verträgliche Alternative sein.

Das perfekte Tässchen für Schwangere.

Die berüchtigte Morgenübelkeit vermiest so mancher Schwangeren die Lust auf Kaffee. Für alle anderen, die eben doch gern ihr Tässchen trinken mögen, ist Decaf, insbesondere Bio-Decaf, eine leckere Lösung. Natürlich ist es immer gut, darüber mit dem Arzt oder der Ärztin zu sprechen, damit mögliche individuelle gesundheitliche Faktoren berücksichtigt werden. Allgemein gilt entkoffeinierter Kaffee jedoch als sicher für Schwangere. Mit den Bio-Decafs von Mount Hagen braucht also niemand auf seine Lieblingsaromen zu verzichten.

Herzrasen mit Decaf?

Obwohl entkoffeinierter Kaffee nur minimale Mengen an Koffein enthält, gibt es Menschen, die von Symptomen wie Herzrasen nach einem Tässchen Decaf erzählen. Das könnte teilweise psychosomatisch bedingt sein, da die Erwartung, Kaffee zu trinken, allein schon bestimmte körperliche Reaktionen hervorrufen kann.

Spannend ist, dass Kaffee – und zwar koffeinhaltiger – für einen niedrigen Blutdruck sorgt, so eine Studie der Universität Bologna und der Policlinic Sant’Orsola-Malpighi. Wenn man 2–3 Tassen Kaffee täglich trinkt, hat man gemäß dieser Studie einen niedrigeren Blutdruck als jemand, der keinen Kaffee trinkt.** Wer hätte das gedacht?

Mehr zu den gesundheitlichen Aspekten von Kaffee – mit oder ohne Koffein – findet ihr hier:

„Kaffee trinken ohne Reue“
„Kaffee: Gesund oder nicht?“
„Decaf: Schlimme Plörre oder guter Kaffee?“

5. Reden wir über Geschmack.

Schmeckt koffeinfreier Kaffee anders als normaler Kaffee? Manchmal schon. Konventionelle Kaffees haben gern mal einen seltsamen Nachgeschmack – durch das Entkoffeinieren mit chemischen Lösungsmitteln. Aber natürlich hängt das auch immer vom Rohkaffee ab. Je hochwertiger die grünen Bohnen sind, desto hochwertiger auch der fertige Kaffee.

Bei Mount Hagen verarbeiten wir auch für unser Decafs nur erstklassige, handverlesene Arabicas aus dem Bioanbau, die grundsätzlich sowieso weniger Koffein beinhalten als z. B. eine Robusta-Bohne. Durch das aufwendige Entkoffeinierungsverfahren (mit Quellkohlensäure) bleiben die charakteristischen Aromen erhalten. Mit dem Ergebnis, dass man selbst beim Blind-Verkosten kaum einen Unterschied zwischen z. B. einem koffeinhaltigen klassischen Mount-Hagen-Arabica oder seinem koffeinfreien Pendant feststellen dürfte.

6. Kann man Decaf abends trinken?

Ja, entkoffeinierter Biokaffee oder Bio-Espresso ist eine ausgezeichnete Option für das abendliche Tässchen nach dem Essen oder als aromatisches Gute-Nacht-Getränk. Da er nur minimale Mengen Koffein enthält, ist es unwahrscheinlich, dass er den Schlaf stört. Was ihn zur perfekten Wahl für Kaffeeliebhaber macht.

7. Kann man so viel entkoffeinierten Kaffee trinken, wie man möchte?

Da Decaf extrem wenig Koffein enthält, ist er in „normalen“ Mengen völlig unbedenklich. Natürlich kann man auch Koffeineffekte spüren, wenn man ihn in großen Mengen trinkt. Aber wer macht das schon?

8. Was man bei der Zubereitung von Decaf beachten sollte.

Grundsätzlich kann man entkoffeinierten Kaffee genauso zubereiten wie klassischen Kaffee mit Koffein. Baristas berichten immer mal wieder darüber, dass ein Decaf als Filterkaffee etwas längere Brühzeit haben sollte, was aber auch vom Entkoffeinierungsverfahren abhängt. Das Quellkohlensäure-Verfahren soll kaum Auswirkungen auf die Extraktionszeit haben. Am besten probiert man’s einfach aus und experimentiert dabei ein bisschen mit dem Mahlgrad (etwas gröber als sonst).*

9. Warum koffeinfreier Kaffee auf einmal so beliebt ist.

Experten rechnen damit, dass der Markt für koffeinfreien Kaffee 2027 voraussichtlich 26,20 Milliarden US-Dollar erreichen wird, was einer jährlichen Wachstumsrate von 6,9 % von 2019 bis 2027 entspricht. Die größten Treiber sind, wie so oft, die USA und vermutlich auch der Asien-Pazifik-Raum. Der Hype entsteht (zumindest in den USA) durch die 18–24-Jährigen, die 19 % des Marktanteils ausmachen, wobei die Mehrheit der Verbraucher ihren Koffeinkonsum begrenzen möchte.***

Ob das auch für Deutschland zutrifft? Schaut man in die Social-Media-Kanäle, dann auf jeden Fall. Kuckt man sich aber die Statistik an, hat Decaf in Deutschland noch deutlich Luft nach oben (2023: 3,47 Mio. Konsumenten, 2024: 3,1 Mio. Konsumenten****). Vielleicht liebt man hierzulande den Koffeinkick am Morgen ja eben doch ein bisschen mehr…?

10. Lieblingsdecaf finden? Ganz einfach!

Wie schon gesagt: Die Entkoffeinierungsmethode ist eins der wichtigsten Kriterien. Ein Bio- Decaf ist deshalb grundsätzlich eine sehr gute Wahl. Danach entscheiden wie immer der persönliche Geschmack und individuelle Vorlieben.

Trinkst du lieber Filterkaffee oder Espresso? Kochst du lieber mit dem Espressokännchen oder hast du einen Siebträger? Bei Mount Hagen findest du eine Menge Varianten, deinen Lieblingsdecaf zu genießen: als klassischen Filterkaffee, als Espresso oder – wenn es schnell gehen soll – als Instant.

Wenn du ein bisschen Entscheidungshilfe brauchst, schau gern mal in diesen Artikel: „Hilfe! Wie findet man seinen Lieblingskaffee?“ Da haben wir ausführlich erklärt, wie du bei der Suche nach deinem Lieblingskaffee fündig wirst. Egal ob mit oder ohne Koffein.