Kaffee und Nagellackentferner? Was soll das denn?!

Als ich neulich bei einer Freundin zum Kaffeetrinken war, passierte etwas wirklich Fieses: Ihr Kaffee schmeckte so, wie ein Nagelstudio riecht. Nach Aceton. Nicht, dass ich wüsste, wie Nagellackentferner schmeckt, aber – puh… – die Tasse war wirklich ungenießbar. Was war passiert?

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Barbara Beiertz

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Kaffeekochen ist eben doch nicht so banal.

Mein erster Impuls war der Gedanke, dass die besagte Freundin den Kaffee zu heiß aufgebrüht hatte. Denn dann verdünnisieren sich die Aromen, der Kaffee schmeckt übel verbrannt. Aber das war gar nicht die Ursache. Auch nicht das Wasser – Verunreinigungen hätten ein Grund sein können. Aber nein, das Wasser war gefiltert und absolut in Ordnung. Die Maschine war’s auch nicht, keinerlei Rückstände von Reinigungsmitteln & Co. Da blieb nur: der Kaffee selbst.

Wie kann Kaffee nach Aceton schmecken?

Eine Möglichkeit ist die sogenannte „Stinkerbohne“. Das ist eine durch unzureichende Trocknung, schlechte Lagerung oder Schädlingsbefall defekte Kaffeebohne, die den Geschmack einer ganzen Charge ruinieren kann. Eigentlich sollte das bei den modernen Sortierungsmethoden kaum noch vorkommen… Am sichersten ist man davor mit handverlesenen Premium-Kaffees wie bei Mount Hagen geschützt, denn hier werden solche Bohnen im Prozess identifiziert und aussortiert (wenn sie überhaupt vorkommen).

Koffein-Extraktion, eine Kunst für sich.

Eine andere Ursache für chemischen Nachgeschmack kann das Entkoffeinierungsverfahren sein, mit dem ein Decaf hergestellt wird. Bei konventionellen Kaffees wird oft ein chemisches Lösungsmittel wie Dichlormethan oder Ethylacetat benutzt – und das steckt auch in Nagellackentfernern. Es ist also durchaus möglich, dass die Rückstände des Entkoffeinierens für diesen unschönen Effekt verantwortlich sind.

Übrigens: Bei Bio-Decafs wird das Koffein immer mit natürlichen Mitteln extrahiert. So nutzen wir bei Mount Hagen dazu ausschließlich Quellkohlensäure. Das ist zwar aufwendig, aber der Geschmack zeigt, dass sich das auf jeden Fall lohnt: Die Aromen können sich voll entfalten – und vor allem hat man eben keinen chemischen Nachgeschmack. Schließlich heißt koffeinfrei ja nicht, dass man auf Geschmack verzichten muss. Im Gegenteil. Bei den Mount-Hagen-Bio-Decafs wird man den Unterschied zu den koffeinhaltigen Pendants kaum schmecken – und wenn, dann nur im direkten Vergleich.

Wie du andere Fails bei der Kaffeezubereitung vermeiden kannst und was es sonst nach an wissenswerten Dingen über koffeinfreien Kaffee gibt, findest du hier:

„10 Dinge über Decaf, die man wissen sollte“
„Kaffeewissen“
„Kaffeekochen“

Ach ja, meine Freundin hat übrigens auf den entkoffeinierten Mount-Hagen-Espresso umgestellt. War nicht wirklich schwer, sie zu überzeugen…